Barrierefreies Bad: Kosten, DIN 18040-2 & Förderungen 2026
Barrierefreies Bad: Kosten, Ablauf & Förderungen nach DIN 18040-2
Dieser Leitfaden liefert Ihnen alle Fakten für die Planung und Umsetzung einer barrierefreien Badsanierung. Wir konzentrieren uns auf die Gesamtkosten, den normgerechten Ablauf und die maximalen staatlichen Zuschüsse.
Kosten im Detail: Was kostet ein barrierefreies Bad?
Die Gesamtkosten für eine Komplettsanierung liegen zwischen 8.000 € und 25.000 €. Der Preis hängt von der Größe des Bades, den gewählten Materialien und dem Umfang der Maßnahmen ab. Einzelmaßnahmen sind günstiger.
Kostenübersicht für Einzelmaßnahmen:
- 🚿 Bodengleiche Dusche einbauen: 2.500 € - 6.000 €
- Inklusive Abriss, Abdichtung, neuer Armaturen und Duschabtrennung.
- 🚽 Barrierefreies WC installieren: 800 € - 2.000 €
- Erhöhte Keramik, Installation von Stützklappgriffen.
- 🛁 Badewanne mit Tür nachrüsten: 3.000 € - 5.500 €
- Eine Alternative zur Komplettsanierung, wenn eine Wanne erhalten bleiben soll.
- 🚪 Türverbreiterung & Schwellenabbau: 700 € - 1.800 €
- Anpassung des Türrahmens auf mindestens 80 cm lichte Breite.
- 🔧 Unterfahrbarer Waschtisch: 600 € - 1.500 €
- Inklusive Siphon-Anpassung und Einhebelmischbatterie.
Der Ablauf: In 5 Schritten zum DIN-konformen Bad
Eine strukturierte Vorgehensweise ist entscheidend für eine schnelle und fehlerfreie Umsetzung.
- Analyse & Bedarfsermittlung:
- Prüfung der Bausubstanz.
- Festlegung der notwendigen Maßnahmen basierend auf der individuellen Situation und einem eventuell vorhandenen Pflegegrad.
- Detailplanung & Angebot:
- Erstellung eines exakten Plans unter Berücksichtigung der DIN 18040-2 (Barrierefreies Bauen).
- Einholung eines verbindlichen Kostenvoranschlags.
- Förderanträge stellen:
- Antrag auf Zuschuss bei der Pflegekasse stellen.
- Antrag für den KfW-Kredit einreichen.
- Wichtig: Die Anträge müssen vor Beginn der Baumaßnahmen genehmigt werden.
- Fachgerechte Umsetzung:
- Entkernung und Vorbereitung der Installationen.
- Montage der Sanitäranlagen, Fliesenarbeiten und Elektroinstallation.
- Abnahme & Dokumentation:
- Prüfung aller Funktionen und der normgerechten Ausführung.
- Übergabe der Rechnungen zur Einreichung bei den Förderstellen.
Staatliche Förderungen: So maximieren Sie die Zuschüsse
Die Kosten müssen nicht allein getragen werden. Zwei zentrale Förderungen reduzieren die finanzielle Belastung erheblich.
Pflegekassen-Zuschuss (§ 40 SGB XI)
Liegt ein anerkannter Pflegegrad vor, bezuschusst die Pflegekasse sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.
- 💰 Zuschusshöhe: Bis zu 4.180 € pro Person.
- 👥 Für Paare: Leben mehrere anspruchsberechtigte Personen in einem Haushalt, kann der Zuschuss auf bis zu 16.720 € (4 Personen) steigen.
- 📋 Voraussetzung: Ein anerkannter Pflegegrad (1 bis 5) und ein formeller Antrag bei der zuständigen Pflegekasse.
KfW-Kredit “Altersgerecht Umbauen” (159)
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet einen zinsgünstigen Kredit für altersgerechte Umbaumaßnahmen.
- 🏦 Kreditsumme: Bis zu 50.000 € pro Wohneinheit.
- ⚙️ Bedingung: Die Maßnahmen müssen den technischen Mindestanforderungen des KfW-Programms 159 entsprechen. Dies deckt sich weitgehend mit der DIN 18040-2.
- ➕ Kombinierbarkeit: Der KfW-Kredit ist mit dem Zuschuss der Pflegekasse kombinierbar.
Kernanforderungen der DIN 18040-2 im Bad
Für die Förderfähigkeit und die technische Abnahme sind diese Maße und Anforderungen entscheidend:
- ↔️ Bewegungsflächen:
- Vor WC, Waschtisch und im Duschbereich muss eine Bewegungsfläche von mindestens 120 x 120 cm vorhanden sein. Für Rollstuhlnutzer sind 150 x 150 cm erforderlich.
- 🚿 Bodengleiche Dusche:
- Maximale Niveaudifferenz zum Boden: 2 cm.
- Rutschhemmende Fliesen (Bewertungsgruppe B).
- Sitzmöglichkeit (klappbar) und Haltegriffe.
- 🚽 WC-Anlage:
- Sitzhöhe: 46 - 48 cm.
- Beidseitig anbringbare Stützklappgriffe.
- Ausladung (Abstand Vorderkante zur Wand): 70 cm.
- 💧 Unterfahrbarer Waschtisch:
- Montagehöhe Oberkante: max. 80 cm.
- Beinfreiheit darunter muss gewährleistet sein.
- Spiegel muss im Sitzen und Stehen einsehbar sein.